Ist die Lektorin deine Dienerin?

Die Lektorin – nur deine Dienstleisterin? Neulich erst hörte ich einen Podcast, in dem ein Autor über seine Erfahrungen mit deutschen Lektorinnen sprach – ja, denn Männer habe er in dem Gewerbe keine getroffen. Er scherte nicht alle über einen Kamm, aber irgendwie doch: Deutsche Lektorinnen vergessen, dass sie Dienstleisterinnen seien und er der Beauftrager. Deshalb sollten sie ihren Ton überdenken und nicht so viel kritisieren.

Das brachte mich zum Nachdenken. Objektiv gesehen hat der Autor natürlich recht, denn wir bieten eine Dienstleistung an. Also sind wir Dienstleister. Aber müssen wir deshalb nach der Pfeife der Autoren tanzen, die uns beauftragen? Ich denke, wer das tut, hat seinen Job verfehlt. Lektorinnen sind nicht dazu da, den Autor:innen Honig um den Mund zu schmieren. Lektorinnen stehen für ihr Fachwissen rund um die Manuskriptoptimierung und genau dafür werden sie gebucht. Dass die Chemie stimmen muss und dass sich die Lektorinnen nicht im Ton vergreifen sollten, versteht sich von selbst. Schließlich ist es eine Beziehung auf Augenhöhe und da sollte man vernünftig miteinander umgehen können. Dennoch sollte der Autor nicht über Kritik erhaben sein. Jedes Buch kann man immer noch besser machen, davor ist auch ein Stephen King und Konsorten nicht sicher. Deshalb mein Tipp an alle Jungautor:innen: Überlegt euch, ob ihr emotional genug von der Geschichte entkoppelt seid, um Kritik auf euch wirken zu lassen. Vielleicht wollt ihr auch selbst nochmal überarbeiten und das Werk erst dann jemandem zu lesen geben? Oder ihr schaltet Testleser:innen dazwischen. Ihre Kritik ist oft etwas milder und hilft auch schon enorm, sofern es gute Testleser:innen sind. Dann könnt ihr das Werk immer noch zu einer Lektorin geben. Die Kritik kann hart sein, aber sie wird eurem Buch auf jeden Fall weiterhelfen. Ihr werdet euch durch die Kritik als Autor:innen entwickeln und besser werden.

Wenn ihr mit eurer Lektorin nicht klarkommt, ist das okay. Manchmal passt es einfach nicht zwischen zwei Menschen und es ist besser, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Dann sucht ihr euch den nächsten Kandidaten und beauftragt ein Probelektorat. Wenn du jetzt Lust hast, ein Werk von mir lektorieren zu lassen, kannst du mir unter juliaschochdaub@gmail.com eine E-Mail schreiben und wir vereinbaren ein Probelektorat, um zu schauen, ob es zwischen uns passt. Ich freue mich auf dich! Deine Julia

17 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen