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Inquitverben - man darf ruhig mal schreien!




„Hallo“, sagte er. „Hallo“, antwortete sie. „Wie geht’s dir so?“, sagte er. „Gut, und dir?“, antwortete sie.


Langweilig, oder? Die Inquitformel kann noch so viel mehr! Beispiele aufzuzählen, erspare ich dir hier. Dazu musst du nur mal den Thesaurus öffnen (gibt’s auch online, wenn du kein Word hast) und „sagen“ eingeben. Sofort bekommst du eine riesige Liste an alternativen Formulierungen. Hier soll es eher darum gehen, warum das so langweilig ist und wie Alternativen wirken.

Denn ehrlich, man hört immer wieder, dass ja eigentlich nur das Gesagte zur Handlung beiträgt und die Inquits dann lästige Beigabe sind. Sie können sogar weggelassen werden und in langen Dialogen macht das sogar durchaus Sinn. Aber wenn du die Inquits ganz weglässt, beraubst du dich einer Chance, Emotionen zu erzeugen. Wer Worte schluchzt, befindet sich in einem emotionalen Tal aus Traurigkeit, das weiß der Leser sofort. Wer Worte schreit, steht entweder auf einem Flughafenfeld oder ist mit ziemlicher Sicherheit sauer. Natürlich sollen Inquits nicht die einzigen Emotionstrigger in deinem Text sein. Aber mit nur einem einzigen Wort kannst du eine ganze Situation enorm unterstützen. Zudem ist ein abwechslungsreicher Gebrauch alles andere als langweilig für deine Leser. Eben, weil sie Emotionen aus den Inquits lesen können.


Pass aber auf, dass du in deinem Eifer nicht in unechte Inquits rutschst. Was das ist, habe ich in einem anderen Blogartikel beschrieben, den verlinke ich dir. Das Abrutschen kann schnell passieren, wenn man sich um neue Begriffe bemüht, weil auch in der Populärliteratur nicht mehr so streng darauf geachtet wird, unechten Inquits aus dem Weg zu gehen. Mein bester Tipp, um sich neue Inquitverben anzueignen: Öffne den Thesaurus und nimm dir Zeit, zu stöbern. Überlege, in welchen Situationen du Worte auf diese Weise aussprichst. Das macht dein Manuskript sofort sehr viel lebendiger.


Deine Julia

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