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Interview Marina K. Wolf: Riannu - Das verborgene Volk

Aktualisiert: 29. Juni 2023

Marina K. Wolf, die Autorin von Riannu – Das verborgene Volk, hat im Hybridverlag ihr Debüt veröffentlicht: Eine Geschichte voller Magie, Verrat, Freundschaft und Liebe. Ich durfte Marina ein Stück auf ihrem Weg begleiten und bin sehr glücklich, euch das Interview mit ihr präsentieren zu dürfen.




Hallo Marina, schön, dass du hier bist! Erzähle doch mal ein bisschen was über dich als Autor:in.



Hallo Julia, danke für das Interview.

Mein Werdegang als Autorin ist zugegeben nicht besonders außergewöhnlich. Ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht und die erzählt, auch, bevor ich schreiben konnte. Generell habe ich eine Affinität zu Texten: Wenn Infos in Geschichten oder Lieder verpackt sind, kann ich sie mir gut merken. Sobald ich das gleiche in der Welt der Zahlen versuche, bin ich raus. Ich könnte also beispielsweise aus dem Stegreif erzählen, wie sich die verschiedenen Umzüge in meiner Kindheit und auch später in meinem Leben angefühlt haben, was vorher und nachher passiert ist, aber um zu sagen, in welchem Jahr sie waren, muss ich erst lange nachrechnen. Entsprechend ist mir schreiben immer leichtgefallen. Ich hatte Deutsch als Leistungskurs am Gymnasium und musste fast nichts dafür lernen. Im anschließenden Germanistikstudium wurde es dann schon anspruchsvoller. Das Studium hatte Vor- und Nachteile. Einerseits habe ich viel gelernt (wäre ja auch doof, wenn nicht), andererseits musste ich mich so viel mit Texten beschäftigen, sie analysieren, vergleichen und sezieren, dass ich keine Lust mehr hatte, in meiner Freizeit auch noch ähnliches zu tun. Ich habe in dieser Zeit weitgehend aufgehört, selbst zu schreiben oder zum reinen Vergnügen zu lesen. Damit habe ich erst später wieder angefangen, als ich irgendwann über meine Versuche gestolpert bin, als Teenager einen Roman zu schreiben. Die gefunden Kapitel waren furchtbar schlecht, aber die Welt und die Charaktere, die ich damals erfunden habe, hatten mich seitdem begleitet. Also habe ich mich hingesetzt und ihre Geschichte neu entwickelt und aufgeschrieben. Einfach so, für mich, um die Welt um mich herum eine Weile zu vergessen. Irgendwann hat mich meine Schwester überredet, sie mal ein paar Kapitel lesen zu lassen. Sie hat so begeistert reagiert, dass ich nicht nur weitergeschrieben habe, sondern irgendwann meine ersten Bücher (d.h. Band 1 und 2 der inzwischen fertigen Trilogie) auch noch anderen in meiner Familie zugänglich gemacht habe. Es war auch ein bisschen eine Entschuldigung, da ich so oft unerreichbar war und in meiner fiktiven Welt verschwunden bin. Meine ältere Schwester hatte beide Bände innerhalb weniger Tage durch und hat mich daraufhin genervt, wann der 3. Band käme. Andere waren nicht ganz so schnell, aber auch hier kam nur Zuspruch. Ich habe also langsam darüber nachgedacht, ob eine Veröffentlichung möglich wäre. Erstmal habe ich aber den 3. Band fertig geschrieben und mal bei einer mir bekannten ehemaligen Literaturagentin angeklopft, ob ich von ihr eine professionelle Einschätzung bekommen könnte. Sie hatte zwar nie etwas mit Phantastik am Hut, hat mir aber bestätigt, dass ich eine Veröffentlichung durchaus wagen sollte. Daraufhin ging für mich die (ebenso ermüdende wie erfolglose) Suche nach einer Agentur los. Da ich während meines Studiums zwei Verlagspraktika absolviert hatte, wusste ich, wie klein die Chancen waren, direkt von einem Verlag angenommen zu werden. Daher habe ich das gar nicht erst versucht. Ich wollte nicht, dass mein Manuskript auf dem Schreibtisch einer Praktikantin landet, wie so viele damals auf meinen gelandet waren. Nun, die Agenturen lehnten ab oder antworteten erst gar nicht. Ich begann also, mit der Idee Eigenverlag zu spielen und buchte kurz entschlossen einen Kurs zum Thema Eigenmarketing bei einer Autorin, die Kurse für Schreibende nicht weit von mir gibt. Dieser Kurs war ein Glücksgriff. Weniger wegen den Inhalten, auch wenn die durchaus gut aufbereitet waren. Aber vor allem habe ich endlich mal andere Schreibende kennengelernt, u.a. eine Autorin, mit der ich inzwischen gut befreundet bin und die mich in den Verein der Münchener Schreiberlinge e.V. einführte. Die Schreiberlinge beflügelten mich, meinen Veröffentlichungswunsch nicht aufzugeben, halfen mir bei der Überarbeitung meines Exposés und brachten mich dazu, zwischendurch auch Kurzgeschichten und Essays zu schreiben, von denen bereits einige in den Anthologien und dem Magazin des Vereins veröffentlicht wurden. Über die Schreiberlinge kam ich auch auf die Idee, es mal mit einer Bewerbung bei Kleinverlagen zu versuchen. Diese haben zwar weniger Reichweite als die großen, sind dafür aber aufgeschlossener gegenüber Jungautor*innen, auch ohne Agentur im Rücken. Tja, es zog sich dann noch ein paar Monate, aber schließlich bekam ich die Zusage vom Hybrid-Verlag. Wie es nach meinem Roman-Debüt diesen Mai weitergeht, wird sich noch zeigen.


Dein aktuelles Buch „Riannu – Das verborgene Volk“ erscheint im Juni 2023. Um was geht es in deinem Buch?


„Das verborgene Volk“ ist der 1. Teil einer Trilogie, die auf der fiktiven Insel Riannu spielt. Auf dieser Insel gibt es zwei Völker, die kulturell und religiös sehr unterschiedlich ausgerichtet sind. Die herrschenden Duaide haben die indigenen Irshari in einem großen Krieg, ca. 400 Jahre vor den in der Geschichte erzählten Ereignissen, vernichtend geschlagen. Seitdem stehen beide Völker sich mit Furcht und Hass gegenüber und die Irshari verbergen ihr relativ fortschrittliches Wissen sowie ihre magischen Talente vor den Duaide. In diesem Spannungsfeld wachsen die Protagonisten Maris und Zolan auf, die eine unter den Irshari, der andere als Novize bei einem Priesterorden. Zolan verfügt über Magie, die er vor den Priestern geheim hält, bis zu einer katastrophalen Nacht, in der sein Leben buchstäblich in Flammen aufgeht und er aus dem Tempel fliehen muss. Er kommt u.a. mit Maris Hilfe zu den Irshari, die ihn aufnehmen und ausbilden, doch seine Flucht hat die Aufmerksamkeit verschiedener Leute erregt. Er muss also nicht nur lernen, mit seiner Magie umzugehen, sondern auch noch gegen einen Gegner ankämpfen, der es auf eben diese Begabung abgesehen hat. Währenddessen hat Maris mit ihrer eigenen Magie zu kämpfen, die auch unter den Irshari bisher unbekannt ist. Sie ist seit ihrer Kindheit eine Außenseiterin und fürchtet sich vor ihren eigenen Begabungen. Im Gegensatz zu Zolan, der gegen eine klare Bedrohung von außen ankommen muss, ist Maris Kampf in diesem ersten Band der Trilogie eher nach innen gerichtet. Sie muss lernen, ihre Magie zu bändigen, die auch eng mit traumatischen Ereignissen ihrer Kindheit verknüpft ist.


Wie kamst du dazu, ausgerechnet diese Geschichte zu schreiben?


So genau weiß ich das nicht mehr. Die Ursprünge der Geschichte liegen irgendwo in meinen Teenager-Jahren. Ich habe mir die Protagonisten und ihre Welt ungefähr im Alter zwischen 14 und 16 ausgedacht. Seitdem haben sie mich immer begleitet, haben sich entwickelt und irgendwann musste ihre Geschichte einfach aus mir hinaus. Ich liebe es, in die Welt von Riannu abzutauchen. Ich liebe die Charaktere, die ich in ihr erschaffen habe, und ich könnte noch 100 Geschichten aus dieser Welt erzählen. Die Arbeit an Maris und Zolan macht mir besonders viel Spaß, weil ich an ihnen Gegensätze aufzeige, die sich ergänzen, statt einander auszuschließen. In den Folgebänden kommt dem Kulturkonflikt zwischen den Völkern auch eine immer größere Rolle zu und die Zerrissenheit, die dieser Konflikt besonders in Zolan hervorruft. Natürlich gibt es in meiner Geschichte klare Protagonisten und Antagonisten (schließlich muss man sich an ein paar dramatische Erzählstrategien halten). Aber darüber hinaus geht es mir darum, dass es nicht einfach „Die Guten“ und „Die Bösen“ gibt. Kein Mensch und auch kein Volk ist einfach nur gut oder böse. Schlechte Entscheidungen erwachsen aus aus anderen schlechten Entscheidungen, aus Missverständnissen und aus Angst. Ich möchte meine Geschichte erzählen, um damit auch ein bisschen zu zeigen, dass kein Konflikt unüberbrückbar ist, solang beide Seite gewillt sind, einander zu respektieren und voneinander zu lernen.

Wie sind deine Pläne, werden wir bald mehr von dir lesen?


Das hoffe ich doch sehr. Dieses Jahr erscheint ja erst der 1. Band. Wenn der sich einigermaßen verkauft, werden die anderen hoffentlich bald folgen. Fertig geschrieben sind sie ja schon. Zudem liegt ein Anschlussband an die Reihe noch in meiner digitalen Schublade. Bei all dem Veröffentlichen und anderem Stress bin ich in letzter Zeit nicht dazu gekommen, an ihm weiterzuschreiben. Hoffentlich finde ich bald wieder Zeit dazu, denn ich vermisse die Arbeit daran sehr.


Liebe Marina; ich danke dir für deine Zeit und wünsche dir nur das Allerbeste!


Danke, wünsche ich dir auch :)


Riannu – Das verborgene Volk könnt ihr hier kaufen:


https://hybridverlagshop.de/fantasy-mystery/159/riannu-das-verborgene-volk



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