Was macht ein Lektor mit dem Text – und was macht er nicht?



Was ein Lektor macht (oder nicht), ist von der Zielgruppe abhängig. Ich werde hier erst auf belletristische Lektorate eingehen, danach folgt eine Erklärung zu wissenschaftlichen Lektoraten

. Was macht ein Lektor mit einem belletristischen Text? Üblicherweise gibt es zwei Arten des Lektorats in einem belletristischen Text, das Stillektorat und das inhaltliche Lektorat. Die Namen sind sehr unterschiedlich, erfragt am besten die genaue Beschreibung der Tätigkeit bei dem Lektor eurer Wahl.

Ein inhaltliches Lektorat beschäftigt sich mit dem Inhalt des Manuskripts. Dabei beschäftigt er sich mit dem roten Faden, mit der Plotstruktur, mit der Handlungsgeschwindigkeit, mit den Charakteren und noch mit einigem mehr. Du merkst, es geht also wirklich um den Inhalt des Buches. Was kann weg, was muss ausgebaut werden?

Ein Stillektorat überprüft die Formulierungen. Sind die Zeiten korrekt, gibt es zu streichende Redundanzen, hat die Autorin/der Autor Lieblingswörter, wie ist die Satzlänge, passt die Wortwahl zur Zielgruppe und noch einiges mehr.

Beide Formen des Lektorats können (in mehreren Durchgängen!) kombiniert bearbeitet werden, aber auch einzeln. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, diese beiden Formen voneinander zu trennen, um sich ganz darauf konzentrieren zu können. Zu einem Lektorat gehören nicht die Rechtschreibung, Zeichensetzung und Leerzeichenkontrolle. Das erfolgt in späteren Schritten. Viele Anbieter haben diese Dienstleistung als „Korrektorat“ abgetrennt und bieten sie auch getrennt an (dazu gehöre ich). Viele Kolleg:innen konzentrieren sich aber auch ganz auf das Lektorat.


Für Studierende gibt es eine spezielle Form des Lektorats, das Wissenschaftslektorat. In diesem Fall wird auf die wissenschaftliche Ausdrucksweise, auf sprachliche Korrektheit und auf sauberes Belegen wert gelegt. Außerdem wird der rote Faden der Arbeit überprüft sowie die Argumentationsketten. Auch hier gilt, dass Rechtschreibung, Zeichensetzung und Leerzeichenkontrolle erst bei einem Korrektorat geprüft werden. Beides zusammen zu buchen ist sinnvoll, sollte aber auch in mindestens zwei Durchgängen erfolgen.


Was allen Lektoraten gemeinsam ist, ist das Folgende: Mit dem Erhalt der lektorierten Arbeit ist für euch die Arbeit nicht getan. Für Autor:innen gilt: Jeder Kommentar des Lektors ist nur ein Vorschlag. Es liegt an euch, ob ihr ihn annehmen wollt, oder nicht. Für Studierende gilt: Dem Lektor ist es verboten, ganze Passagen umzuschreiben. Das fiele unter Ghostwriting und sollte ein seriöser Lektor für Studierende nie anbieten. Inhaltlich größere Änderungen, zusätzliche Belege etc. müsst ihr nun selbst einfügen.


Fazit: Achte immer genau darauf, was in der Dienstleistung enthalten ist. Wenn dir etwas unklar ist, zögere nicht, nachzufragen. Das Wichtigste ist, dass du am Ende das bekommst, was du brauchst.


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